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Märkte zittern vor US-Zinssitzung

Datum: 24.01.2022 Neu

Der Schwache Jahresauftrag an der Aktienmärkte setzt sich fort. In der letzten Woche kam es an den Aktienmärkten zu kräftig Kurskorrekturen. Die Quelle der Kurskorrekturen? Die Unsicherheiten über die Geldpolitik der Fed.

«Phasen erhöhter Unsicherheit, ermöglichen Anlegerinnen und Anlegern eine langfristig positive Performance.»

 

Der Schwache Jahresauftrag an der Aktienmärkte setzt sich fort. In der letzten Woche kam es an den Aktienmärkten zu kräftig Kurskorrekturen. Der globale Aktienmarkt büsste über 4.5 Prozent ein. Insbesondere im US-Technologie-Index Nasdaq fiel die Performance schlecht aus. Der Index verzeichnet die schlechteste Woche seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Am Freitag stand der Streaming-Anbieter Netflix, der aufgrund enttäuschender Prognosen fast 22 Prozent einbüsste, im Mittelpunkt.

Besser entwickelten sich sogenannte «Value»-Märkte zu denen beispielsweise der europäische Aktienmarkt zählt. Hier hielten sich die Verluste mit Minus einem Prozent im Wochenvergleich relativ gering.

Betrachtet man die Entwicklung der Aktienmärkte seit Jahresbeginn, wird ersichtlich, dass Indizes mit hoher Bewertung stärker eibüssten als solche mit einer günstigeren Bewertung. Die Quelle der Unsicherheiten – und somit der Grund für diese Entwicklung - ist neben der Ukraine Krise vor allem die Politik der US-Notenbank Fed. Diese gibt diesen Mittwoch Einblick in ihre geplante Geldpolitik. Erwartetet wird eine erste Zinserhöhung im März und eine baldige Verkleinerung der Notenbankbilanzsumme. Marktteilenehmer befürchten, dass aufgrund der aktuell hohen Inflationsraten aber eine noch restriktivere Geldpolitik angekündigt werden könnte. Diese Erwartung erachten wir aber als übertrieben.

Was bedeutet eine restriktivere Geldpolitik für die Aktienmärkte?

Weil Zukunft vor allem gelernte Vergangenheit ist, haben wir die vergangenen Phasen mit einer restriktiveren Geldpolitik untersucht. Das wichtigste vorweg: die Geschichte zeigt, dass die Aktienmärkte das Jahr wohl besser beenden als sie es angefangen haben. So haben beispielsweise US-Aktien in elf der zwölf Zinserhöhungszyklen seit 1950 eine positive Rendite erzielt.

Diesmal gesellt sich zur Zinserhöhung aber auch eine Reduktion des Geldmengenwachstums. Die Geldmenge ist ein entscheidender Faktor für die Aktienmarktentwicklung. In der Vergangenheit hat eine sinkende Geldmenge zu erhöhter Volatilität an den Aktienmärkten geführt. Extreme Kurskorrekturen sind aber auch in diesem Szenario nicht zu identifizieren. Ausserdem wächst die Geldmenge aktuell immer noch. Auch dieses Umfeld stellt also kein Worst-Case-Szenario für die globalen Aktienmärkte dar. Damit erachten wir die Kurskorrekturen von10 bis15 Prozent als gute Einstiegschancen für Anlegerinnen und Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont.

Unser Fazit: die Aktienmärkte müssen derzeit so einiges verdauen. Wir erachten jedoch einen nachhaltigen Trend hin zu «Value»-Aktien als wenig wahrscheinlich. Die gute Wirtschaftsentwicklung wird die Unternehmensgewinne und so auch die Aktienkurse weiter stützen. Zudem fällt der konjunkturelle Ausblick zuversichtlich aus. Schlussendlich sind es wohl diese Phasen der erhöhten Unsicherheit, welche die langfristige positive Performance der Aktienmärkte ermöglichen.

 

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