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Sind Obligationen wieder rentabel?

Datum: 25.04.2022 Neu

​Positiven Renditen für Schweizer Qualitätsanleihen waren lange Zeit eine Mangelware. Seit Jahresbeginn hat sich die Situation deutlich verändert.

«Obligationen können wieder eine positive Rendite beisteuern.»


Obligationenrenditen steigen

Positiven Renditen für Schweizer Qualitätsanleihen waren lange Zeit eine Mangelware und Obligationen galten mehr als zinslose Risiken und Stabilisator für ein Portfolio als eine attraktive Renditequelle. Seit Jahresbeginn hat sich die Situation deutlich verändert: Die Zinsen am Kapitalmarkt steigen wieder an, da die Inflation hartnäckig hoch bleibt und die Zentralbanken entsprechend zu Reaktionen gezwungen werden, um die Preisstabilität sicherzustellen. In den USA hat die Zentralbank bereits einmal die offiziellen Leitzinsen erhöht und wird dies in den kommenden Monaten wieder tun. In der Schweiz und Europa hält man sich vorerst zurück. Trotzdem steigen die Zinsen an, denn der Markt rechnet auch mit baldigen Zinserhöhungen durch die Schweizer Nationalbank und preist das entsprechend ein. 

Investierten Sie vor einem Jahr in den Schweizer Gesamtobligationenmarkt Swiss Bond Index (SBI) kostete das ihnen jährlich rund 0.05% gemessen an der Verfallsrendite. Heute erhalten sie dafür wieder jährlich 1.20%. Obligationen sind also wieder eine Anlage, die dem Portfolio eine positive Rendite beisteuern kann. Trotzdem ist Vorsicht geboten, da sowohl die Risikoaufschläge als auch die Verfallsrenditen historisch tief bleiben. Eine Ausweitung einer dieser beiden Komponenten kann kurzfristig zu hohen Buchverlusten führen. Zudem dürften die Zinsen weiter steigen, bevor diese stagnieren und sogar wieder leicht zurückkommen.

Allgemeines Umfeld bleibt herausfordernd 

Die Aktienmärkte standen letzte Woche mehrheitlich unter Druck. Während sich die europäischen Aktienmärkte vergleichsweise gut halten konnten, haben die Börsenindizes in den USA sowie auch in den Schwellenländern deutlich an Terrain eingebüsst. So verlor zum Beispiel der amerikanische Aktienindex S&P 500 in der vergangenen Woche 2.75 Prozent und auch der Schweizer Markt blieb nicht verschont. Das anspruchsvolle wirtschaftliche und geopolitische Umfeld führt weiterhin zu Abgabedruck an den Aktienmärkten. Der Krieg in der Ukraine wird uns noch länger beschäftigen und entsprechende Spuren hinterlassen. Die Angst vor einer weiteren Eskalation des Konfliktes drückt auf die Anlegerstimmung. Die Aussichten für die Aktienmärkte sind im Wesentlichen davon abhängig, wie sich das Wirtschaftswachstum weiter entwickelt und ob sich die abnehmenden Inflationsprognosen bestätigen. Die Konjunkturprognosen wurden bereits von den meisten Volkswirten während den vergangenen Monaten laufend nach unten angepasst. Jüngst hat auch der Internationale Währungsfonds seine Prognosen für das globale Wirtschaftswachstum auf 3,6 Prozent gesenkt. In China verschärfen Lockdowns die Situation und sorgen für eine weitere Abkühlung der Wirtschaft. Die Nulltoleranz von China im Umgang mit der Covid-Pandemie belastet erneut  die globalen Lieferketten. Die Situation droht sich abermals zu verschärfen. Hinzu kommt ein mögliches Energie-Embargo. Ein abrupter Verzicht auf russische Energie würde der europäischen Wirtschaft massiv schaden. Auch wir sehen einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums – gleichzeitig erwarten wir jedoch nicht, dass wir in eine Rezession fallen im laufenden Jahr. 




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